02.02.2016

Nächtliche Ruhestörungen ?!

Autor: Ole Roesenberger

Wie im letzten „Laboe Aktuell“ gelesen, rücken wir als  Feuerwehr Laboe ab und an zu Einsätzen im Gemeindegebiet, aber auch zur sogenannten „nachbarschaftlichen Löschhilfen“ in andere Gemeinden aus.
Ebenfalls werden Sie gelesen haben, warum die Hilfeleistungsfrist von 10 Minuten so wichtig ist.

Das Feuerwehrhaus befindet sich im Schwanenweg 7 in Laboe und somit relativ zentral, um zügig zu sämtlichen möglichen Einsatzorten in Laboe zu kommen. Sollte es aber zum Beispiel zu einem Einsatz am Laboer Ehrenmal kommen, benötigt man vom Feuerwehrhaus bis ins nördliche Gemeindegebiet ca.5 Minuten mit dem privaten PKW.
Ein kleines Rechenbeispiel:

  • 1: Es dauert ca. 2 Minuten von Entdeckung des Brandes/Unfalls oder ähnlichem, bis zur Meldung bei der Rettungsleitstelle in Kiel. 
  • 2: Es dauert ca. weitere 2 Minuten bis zur Alarmierung der Feuerwehr.
  • 3: Bis dann alle Kameraden am Feuerwehrhaus sind, sich umgezogen und die Fahrzeuge besetzt haben und wir zum Einsatzort ausrücken, vergehen weitere ca. 3 Minuten.

Insgesamt sind hier also schon ca. 7 Minuten vergangen. Wenn wir jetzt noch ca. 5 Minuten bis zur Einsatzstelle am Ehrenmal brauchen, können wir die Hilfeleistungsfrist von 10 Minuten nicht mehr einhalten.

Glücklicherweise haben wir diese tollen roten Autos mit dem blauen Blinklicht und den “nervigen Tröten“ auf dem Dach. Damit signalisieren wir jetzt anderen Verkehrsteilnehmern:
Achtung, hier befindet sich ein Fahrzeug auf Einsatzfahrt, welches sogenannte SONDERRECHTE in Anspruch nimmt!
Sonderrechte (§35 und §38 STVO) bedeuten, dass wir von Teilen der Straßenverkehrsordnung befreit werden, also zum Beispiel das Tempolimit überschreiten dürfen. Natürlich unter Berücksichtigung des §1 STVO, dem Rücksichtsnahmeparagraphen.
Diese Sonderrechte dürfen allerdings nur in Anspruch genommen werden, wenn wir sowohl blaues Blinklicht als auch Martinhorn anmachen.

Erfolgt ein Einsatz nun tagsüber, stört Sie das vielleicht nicht so. Aber muss das auch nachts sein?
Muss die Feuerwehr auch nachts Lärm machen und Sie als Bürger damit aus dem Schlaf reißen?

Ja, wir müssen notgedrungen diesen Lärm veranstalten, aber aus gutem Grund, den jeder nachvollziehen kann:

Wenn wir das Martinhorn auslassen und nur mit Blaulicht durch Laboe fahren, können andere Verkehrsteilnehmer nicht so schnell erkennen, dass da gleich ein Feuerwehrauto in eine schwer einsehbare Kreuzung einbiegen möchte (siehe beispielsweise Kreuzung Heikendorfer Weg/Steinkampberg).
Kommt es dann zu einem Unfall, haftet der Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs.
Dieser hat dann nicht nur die Verantwortung für den anderen Verkehrsteilnehmer oder dessen Fahrzeug zu tragen, sondern auch für die bis zu 8 weiteren Personen im Löschfahrzeug.

Wir möchten hier noch einmal darauf hinweisen, dass wir das Martinhorn nicht schalten um Sie zu wecken und aus dem Schlaf zu holen, sondern um unsere und Ihre Sicherheit zu gewährleisten!
Wir als AKTIVE Mitglieder der FREIWILLIGEN Feuerwehr Laboe würden nachts auch lieber schlafen, um am nächsten Tag ausgeruht zu unserer Arbeitsstelle zu kommen. Freude kommt bei keinem auf, wenn nachts um 3:00 Uhr der Alarm reinkommt.
Wir haben uns aber dafür entschieden auch dann aufzustehen, um Bürgern aus unserem Ort zu helfen und die eventuellen 1, 2 oder 3 Stunden weniger Schlaf in Kauf zu nehmen, anstatt auf das Recht der Nachtruhe zu beharren.

 

 

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