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Nachricht

Stellungnahme zu den Artikeln „Aufrüstung in Laboe sorgt für Unruhe" - KN online, 11.08.2020 und „Wie zufrieden sind die Wehren im Kreis mit ihrem Dienstleister?“ - Probsteier Herold, 11.08.2020

Die Feuerwehr Laboe hat die Zeitungsartikel der Kieler Nachrichten und des Probsteier Herolds mit großer Sorge aufgefasst. Wir sehen uns gezwungen, hier einige Dinge in das richtige Licht zu rücken, weil beide Artikel die Leserinnen und Leser veranlassen könnten, ein verzerrtes Bild von der technischen und personellen Ausstattung der Feuerwehr Laboe zu sehen. Laut dieser Artikel wird seitens des Kreises Plön die Ausstattung der Feuerwehr Laboe als „Aufrüstung“ und als Bildung von „Doppelstrukturen“ gesehen. Weiterhin ist die Rede von „unverhältnismäßigen Ausgaben von Steuergeldern“.

Fakt ist: Die Freiwillige Feuerwehr Laboe gehört zu den größeren Feuerwehren des Kreises Plön mit einem Einsatzaufkommen von jährlich rund 80-100 Alarmierungen. Die technische Ausstattung weist gemäß Feuerwehrbedarfsplanung, die anhand der Einwohnerzahl und Gemeindestruktur ermittelt wird, sogar noch ein Defizit auf. Trotzdessen leisten hier Menschen ehrenamtlich viele Stunden im Rahmen von Einsätzen und Ausbildungsunterrichten. Es war nicht mehr vertretbar, die Wartung und Pflege der Ausstattung zusätzlich dem Ehrenamt aufzuerlegen. Ja, es ist richtig, dass der Kreis durch das Brandschutzgesetz verpflichtet ist, eine feuerwehrtechnische Zentrale zu unterhalten, damit Geräte und Ausstattung geprüft und gewartet werden können. Die feuerwehrtechnische Zentrale ist eine wichtige Institution für die Feuerwehren im Kreis Plön. Doch war und ist es bisher so, dass durch die Feuerwehren, also „Ehrenamtler“, das Material zum Prüfen nach Plön, bzw. seit fünf Jahren zur neuen Zentrale nach Preetz gebracht werden muss. Bei kleineren, an Preetz angrenzende Feuerwehren, mag der Aufwand hierfür über das Jahr betrachtet überschaubar sein.

Bei den größeren Feuerwehren mit umfangreicher Ausstattung und höheren Einsatzzahlen ist dieser Aufwand sehr zeitintensiv. Einen Hol- und Bringservice bietet die feuerwehrtechnische Zentrale nur bei Einsätzen an, wenn in umfangreichem Ausmaß neues Material benötigt wird. Doch auch bei Übungen wird Material verbraucht und muss danach gereinigt und geprüft werden. Ein weiterer Aspekt veranlasste die Feuerwehr Laboe der Gemeinde schon vor über sieben Jahren zu raten, in Prüftechnik für Atemschutzgeräte und Atemanschlüsse (Atemschutzmasken) zu investieren, welche diesjährig im Zuge von Ersatzbeschaffungen modernisiert wurde: Die feuerwehrtechnische Zentrale hält für Prüfungen und Reparaturen an Atemschutztechnik die Modelle eines bestimmten Herstellers vor. Die Feuerwehr Laboe und auch weitere Feuerwehren des Kreises verwenden Technik eines anderen Herstellers. Leider mussten sehr häufig lange Wartezeiten in Kauf genommen werden, da bei Reparaturen oder routinemäßigem Austausch von Teilen an den Geräten, zunächst durch die feuerwehrtechnische Zentrale das Material bestellt werden musste. Solange kann das Gerät nicht eingesetzt werden. Jedoch wird durch fehlendes Material die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Laboe gemindert, was am Ende zu Lasten der Sicherheit des Bürgers geht. Durch einen eigenen feuerwehrtechnischen Angestellten und eigenes Prüfgerät ist die ständige Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sicher gewährleistet. Hier findet keine Etablierung von unnötigen Doppelstrukturen statt, sondern eine den Gegebenheiten angemessene Struktur, um den brandschutztechnischen Anforderungen der Gemeinde Laboe gerecht zu werden.

Das Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen- und Männer sollte in Zeiten von zurückgehenden Mitgliederzahlen nicht zusätzlich belastet werden. Ist es nicht ausreichend, dass Menschen sich freiwillig für Mitmenschen in Gefahr begeben und zu jeder Tageszeit abrufbar sind? Natürlich ist die Feuerwehr Laboe weiterhin auf die feuerwehrtechnische Zentrale angewiesen. Sie bietet die notwendige Infrastruktur für eine fundierte Aus- Fortbildung der Feuerwehr Laboe und auch für viele andere prüfpflichtigen Geräte. Aber auf Kreisebene, für knapp 100 Feuerwehren zuständig zu sein, ist auch eine Herausforderung. Gemäß Brandschutzgesetzt ist jede Gemeinde dafür zuständig, eine Feuerwehr zu betreiben und zu unterhalten. 100 Feuerwehren bedeutet auch 100 Philosophien und Ideenträger. Schon seit einigen Jahren wird in Laboe z.B. ein Konzept zur Einsatzstellenhygiene und Dekontamination von Personal nach einem Einsatz umgesetzt. Der Kreis Plön denkt jetzt über die Ausgestaltung eines solchen Konzeptes für die Feuerwehren im Kreis Plön nach. Wenn die feuerwehrtechnische Zentrale sich als Dienstleister versteht, dann muss dem Servicegedanken und der Innovationsfreudigkeit eine größeren Bedeutung zugedacht werden. Eine kritische Hinterfragung ist daher ein folgerichtiger Gedanke, den wir sehr begrüßen. Jedoch ist zu erwarten, dass die großen Feuerwehren des Kreises Plön die Dienstleitungen der feuerwehrtechnischen Zentrale in ihrer jetzigen Form nicht in Anspruch nehmen können, da sie sonst die vollumfängliche Einsatzbereitschaft nicht gewährleisten können.